040-60539934
Branding

Von Marken und Menschen

Ich liebe es, Menschen und ihre Geschichten kennen zu lernen – bei realen Begegnungen, in Filmen, in Büchern. Ich kann nicht genug davon bekommen. Marken sind meine berufliche Leidenschaft. Und ich bin glücklich darüber, beides miteinander verbinden zu können, wenn ich Marken und die Macher dahinter kennen lerne.

Wie viel Nähe zwischen Macher und seiner Marke ist eigentlich gut und ist das nicht sowieso ein und das selbe? Schließlich schreibe ich auf meiner Homepage, dass Marken wie Menschen sind. Doch beides, die Persönlichkeit des Machers und die seiner Marke, in jedem Fall miteinander zu vermischen oder gar gleich zu setzen, wäre falsch.

Marken und ihre Macher

Eine nicht seltene Aussage, die mir in meinem Job begegnet – besonders von Gründern, aber auch von scheinbar erfahrenen Marketing-Mitarbeitern größerer Unternehmen, wenn sie den Entwurf für ein Design oder für eine Kampagne zu sehen bekommen, ist: „Das gefällt mir nicht.“ Was Unternehmern, Marketing-Mitarbeitern oder Gründern gefällt, ist jedoch (meistens) uninteressant. Es muss die Zielgruppe ansprechen. Und die ist in den seltensten Fällen mit der Person des Unternehmers oder Marketing-Mitarbeiters gleich zu setzen.

Gerade bei Gründern ist eine Überidentifizierung mit ihrem Startup zu beobachten. Das ist verständlich, denn in der Regel ist das Startup ihr Ein und Alles. Manchmal ist das kein großes Problem. Denn nicht selten besteht das Startup aus dem, was dem Gründer persönlich wichtig ist und was ihm gefällt. Weshalb er selbst seiner Zielgruppe entspricht und sie sehr gut kennt. Es entstehen dann nicht allzu viele Fehler beim Branding, weil der Gründer intuitiv vieles richtig macht. Doch hier wird etwas außer Acht gelassen. Eine Marke wird nämlich von mehr als nur einem Menschen gemacht. Mitarbeiter, Kunden, Dienstleister, manchmal Investoren, Influencer usw. haben Einfluss auf die Marke. Deshalb ist es wichtig, von Anfang an eine Strategie zu entwickeln und das, was über die Marke gesagt wird und wie das geschieht, nicht dem Zufall zu überlassen.

Wenn Persönlichkeit und Marke eins werden

Besonders wenn es sich um eine Dienstleistung handelt, die (zunächst) nur eine einzige Person ausübt, wird die Marke stark von deren Persönlichkeit geprägt. Das ist beispielsweise bei Coaches oder Trainern der Fall. Hier ist es wichtig, dass die Markenwerte mit dem persönlichen Wertekanon des Unternehmers übereinstimmen. Andernfalls leidet seine Glaubwürdigkeit und er wird langfristig keine Kunden binden können.

Ein plakatives Beispiel: Nach Analyse der Wettbewerber beschließt ein Personal Coach, sich auf die Zielgruppe der Millenials zu fokussieren, die erfolgreich ihr Masterstudium absolviert und gerade angefangen haben, in Unternehmen Karriere zu machen. So positioniert er sich als jung gebliebener, spritziger Führungskräfte-Coach mit revolutionär neuen Ideen, weil er damit seine Zielgruppe anzusprechen hofft. Er selbst ist aber über fünfzig, etwas behäbig und ein eher konservativer Typ mit sehr traditionellen Anschauungen, der kaum noch die Lebenswelt seiner dreißigjährigen Kinder versteht. Er hätte die größten Schwierigkeiten, seine Markenwerte selbst zu verkörpern. Die Lösung wäre nicht zwangsläufig, sich eine neue Zielgruppe zu suchen. Denn es macht eventuell Sinn, sich auf diese zu fokussieren, wenn das noch kein Mitbewerber tut. Statt dessen wäre mein Rat, sich als eine Art Old-School-Mentor für junge Führungskräfte zu positionieren, der seinen Klienten als Fels in der Brandung mit haufenweise Erfahrung beisteht. Oder so ähnlich.

Auch Personal Brands wie Sportler, Politiker oder Künstler, die zwar nur einen Teil ihrer Person vermarkten – in diesen Fällen die sportliche, politische oder künstlerische Leistung – spielt die gesamte Persönlichkeit für das Branding ein enorme Rolle. Sie können sich nicht hinter einem Logo verstecken. Der Brand sind sie selbst. Aus diesem Grunde ist es gerade für Personal Brands enorm wichtig, die Zielgruppe mit der richtigen Strategie anzusprechen. Denn sonst kann es passieren, dass ein Bild der Person entsteht, das nicht nur ihre Ziele zunichte macht, sondern das eventuell für die Person unberechenbar und menschlich vernichtend werden kann.

Fazit

Strategie, Strategie, Strategie. Egal ob vom Macher relativ unabhängige Unternehmens- bzw. Produktmarke oder Personal Brand – eine zielführende Strategie ist wichtig, um erfolgreiche Marken zu entwickeln, die einzigartig positioniert, für die Zielgruppe relevant und wertvoll sind.

Pin It on Pinterest

Share This